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Die Sache mit dem Dranbleiben

Ich will meinen Planer-Frieden wieder

Kennst Du das Wort Prokrastination? Es bedeutet, dass man zu erledigende Aufgaben aufschiebt. Tja, erwischt. So ging es mir in den letzten Wochen. Mermaids Diary ist nach zahlreichen Bastelstunden endlich online gegangen und als hätte ich all mein Pulver verschossen, schloss sich mein Tor für Inspiration und die Motivation neue Artikel zu schreiben. Zudem fehlte mir neben meinem Job die Zeit und die Ruhe mich mit meinem Bullet Journal zu beschäftigen und neue Layouts und Collections zu erstellen. Hach ja, die Sache mit dem Dranbleiben. Ich habe dazu ein paar Gedanken zusammen getragen – in der Hoffnung, dass Du sie hilfreich findest.

Meine Gedanken drehten sich im Kreis. Ich fühlte mich zu erschöpft, um mich täglich hinzusetzen und das BuJo aufzuschlagen. Wieso mache ich das überhaupt? Muss ich jetzt echt alles füllen, alles tracken und mich daran erinnern, was so passiert ist? Was habe ich überhaupt erledigt? Fühlst das auch manchmal?

Es ist leider nur ein schwacher Trost, aber es geht wohl jedem hin und wieder im Leben so. Aber heute ist der Tag an dem ich mich der Prokrastination gestellt habe. Denn es geht mir um meinen Frieden, meinen Bullet Journal-Planerfrieden um genau zu sein. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass ein Bullet Journal zu führen unglaublich hilfreich für mich und meine Alltagsplanung ist.

Weg mit dem Perfektionismus!

Ich möchte im Grunde, dass in meinem Bullet Journal Ordnung herrscht. Ich mag Einfachheit, Klarheit und Struktur. Die setze ich gerne gegen das Chaos im Kopf ein. Aber heißt das, dass ich mich deswegen wirklich immer so verhalten muss? Sicher nicht! In den vergangenen Zeiten, in denen ich meinem Anspruch nicht folgen konnte, wäre es auch vollkommen in Ordnung gewesen, mit einem Kugelschreiber zu schreiben, weil gerade mein Lieblingsstift in schwarz nicht zur Hand ist.

Monthly Log Juli 2020 minimal dranbleiben bullet journal
Monthly Log Juli 2020

Es ist auch verständlich, dass ich Aufgaben, Gedanken und kurze Notizen einfach hinschmiere. Und wie sieht es aus mit den erledigten Aufgaben? Hm, dazu sage ich jetzt mal lieber nichts. Aber glaub mir, es ist überhaupt nicht schlimm, dass manchmal Aufgaben einfach nicht angekreuzt, nicht erledigt, werden. Drei Mal schiebe ich solche Aufgaben weiter. Sind sie dann immer noch nicht erledigt, sind sie entweder überflüssig geworden oder ich muss die Aufgabe an sich überdenken. Wieso erledige ich das nicht? Reflektieren eröffnet manchmal sogar ganz neue Wege.

Falls es dir ähnlich geht – sich von seinen selbst auferlegten Regeln zu lösen, ist maximal schwer. Vor allem, wenn du in deinem Bullet Journal keine „Fehler“ oder unschöne Seiten haben möchtest. Dieser nervige Perfektionismus sitzt bei mir leider auch tief. Aber was ist ein Bullet Journal noch mal im eigentlichen Sinne? Es ist ein nützliches Tool mit dem einzigen Bestreben dich zu unterstützen. Ein Werkzeug, dass du dir nach deinem Empfinden, deinen Bedürfnissen und deinem Alltag hergerichtet hast. So wie du es brauchst.

Darf es dann nicht auch deine stressbedingten Schwankungen und hin und wieder ausufernde Prokrastination wieder spiegeln? Aber sicher! Weg mit dem Perfektionismus! Dann sind eben Punkte mal nicht abgekreuzt, Listen nicht zu Ende geführt, Seiten unordentlich gefüllt oder Tage nicht aufgeschrieben. Du muss nicht jeden Tag ein ausführliches Daily Log schreiben, wenn dir nicht danach ist. Sich zu lösen von all den Vorstellungen, wie ein Bullet Journal „aussehen muss“, hat mir sehr geholfen. Was andere machen, muss nicht bei dir passend sein.

Ein Bullet Journal ist dann doch nur ein Werkzeug, dass du dir nach deinem Empfinden,

deinen Bedürfnissen und deinem Alltag hergerichtet hast.

In der Kürze liegt die Würze – auch in den Dailys?

Du schreibst sonst immer lange Daily Logs in Tagebuchform? Respekt dafür! Doch niemand außer dir selbst, drängt dich dazu dies auch an Tagen zu tun, an denen du wenig Zeit hast. Gönn dir auch mal kurze Tageseinträge und nutze das Rapid Logging. Nur so wird du langfristig Freude daran finden Dailys zu schreiben.

Daily Log minimal dranbleiben bullet journal
Keine Zeit für lange Daily Logs im Juli

Ich persönlich entscheide spontan, ob und wie lang ich über meinen Tag schreibe. In den letzten Wochen gab es nur sehr knappe Einträge mit den wichtigsten TO DOs in meinen Tagesübersichten. Abends war ich häufig traurig darüber. Aber was solls? Solche Tage bzw. Wochen, in denen ich einfach nicht dazu komme oder keine Lust habe, viel aufzuschreiben, gehören auch ins Bullet Journal. Das ist okay.

Finde deine Bullet Journal-Time

Abends liegst du immer nur noch wie erschlagen auf dem Sofa und bist zu nichts mehr zu gebrauchen? Gut, dann wird dein Bullet Journal wohl auf den nächsten Morgen warten müssen. Vollkommen in Ordnung! So startest du frisch und aufgeräumt in den Tag.

Morgens hast du absolut keine Zeit? Erst Abends, wenn der Job und die Hausarbeit erledigt sind, findest du etwas Ruhe für dich? Dann ist ganz eindeutig der Abend der Zeitrahmen für Einträge und Planungen in deinem Bullet Journal. In meinem Fall hat sich das abendliche Vorbereiten des nächsten Tages ganz gut eingespielt. Parallel kreuze ich ab, was erledigt ist. Allerdings darf sich diese Routine auch ändern. Im Urlaub zum Beispiel setze ich mich am liebsten Morgens gemütlich hin und schreibe im Bullet Journal. Und dann auch gerne ausführlicher.

Nur das was du brauchst

Gerade am Anfang, wenn das Thema Bullet Journal noch neu und unendlich groß erscheint, verfallen einige in einen regelrechten Kreativitätsrausch und zeichnen drauf los. Alle möglichen Listen, Tracker, Stimmungsseiten und Zeichnungen landen dann im Journal und wollen theoretisch gefüllt und benutzt werden. Das ging mir auch so! Ich habe inzwischen etwas dazugelernt. Denn nach meinem Empfinden ist die Kunst des Dranbleibens, herauszufinden, welche Seiten du wirklich brauchst. Frage dich dazu am besten folgendes:

  • Welche Seiten bringen dir etwas, helfen dir und sind nützlich für dich?
  • Wie regelmäßig nutzt du deine Tracker? Sind es womöglich zu viele?
  • Hast du dich mit der Kombination von Monthly und Daily gut gefühlt oder fehlt dir vielleicht ein Zwischenüberblick in Form eines Weeklys?
  • Was vermisst du in deinem Bullet Journal?

Ich bin beispielsweise sehr krachend mit Habit-Trackern gescheitert. Immer und immer wieder habe ich sie in meine Layouts eingebaut. Waren es zu viele? Ja. Habe ich sie gefüllt? Nein. Ich weiß, dass ich genug Wasser pro Tag trinke. Dafür sorgt meine Teekanne. Trinke ich sie zweimal am Tag aus, bin ich zufrieden. Das Notieren davon, bringt mir persönlich keinen Mehrwert. Da gibt es nichts zu verbessern oder zu beobachten.

Tracker im Bullet Journal dranbleiben
Eine Möglichkeit Tracker im Weekly Log unterzubringen

Bei mir lohnt sich nur eines: Das Tracken von Sport und meiner Ausgaben. In beiden Fällen kenne ich meine Ziele und das Tracken motiviert mich. Das klappt bei mir persönlich am besten im Monthly.

Sport Tracker im Monthly Log dranbleiben bullet journal
Mein Sport Tracker im Monthly Log: Workout, Handball und Radfahren

Also trenne dich von dem, was dir nichts bringt und baue die Seiten deines Journal aus, die dir einen Mehrwert schaffen. Mit ein bisschen Geduld wird du recht schnell merken, was zu dir passt und was nicht.

Für mehr Inspiration schau doch mal auf meinem Pinterest-Board zum Bullet Journal vorbei.

Die Kunst des Dranbleibens

Und die Moral von der Geschicht? Überfordern darf es nicht. Okay, ich gebe zu, der war zwar flach aber auch richtig. Überforderung kann Motivation schnell schwinden lassen. Probiere am Anfang unbedingt viel aus, aber sobald du merkst, dass dein Bullet Journal mehr und mehr unbenutzt herumliegt, gibt es nur einen Weg dranzubleiben: Finde heraus, was du wirklich brauchst. Lege den Perfektionismus ab, finde die optimale Bullet Journal-Time für dich und trenne dich von Seiten und Setups, die du nicht benutzt. Frage dich: Was verdient deine Zeit und Energie?

Dieser Artikel ist etwas persönlicher als sonst und ich hoffe er hat dir gefallen. Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen, wenn du Fragen hast oder von deinen Erfahrungen berichten möchtest. Wie schaffst Du es dranzubleiben?

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